Räuchern mit Rinde

Zwar wird heute bei weitem nicht mehr so viel geräuchert wie noch bei unseren Vorfahren, dennoch gibt es immer noch viele Menschen, die an diesem schönen und traditionelle Ritual festhalten wollen. Räuchern mit Räucherwerk, mit Kräutermischungen oder mit selber gemachten Räuchermischungen ist eine Tradition, die heute noch in vielen asiatischen Ländern täglich praktiziert wird – die Kraft der Pflanze steht dabei ganz klar im Vordergrund. Denn dass Pflanzen eine heilende oder auch reinigende Wirkung haben, ist kein Geheimnis – auch dieses Wissen machten sich bereits unsere Urahnen zunutze.

Zum Räuchern kann man normalerweise ausnahmslos alle Teile von Pflanzen verwenden

Das ist vielen Menschen nämlich nicht bewusst. Dass man mit Kräutern und Blüten räuchern kann, ist hingegen für viele eine Selbstverständlichkeit. Genauso gut geht das Räuchern aber auch mit dem Rest der Pflanze: mit Blättern, mit dem Harz, welches aus dem Baumstamm austritt (man denke dabei nur an den Weihrauch, der tatsächlich auch ein Harz ist), mit dem Wurzelwerk, denn schließlich steckt in der Wurzel die geballte Pflanzenkraft und sogar auch mit der Rinde der Pflanze bzw. des Baums. Aus diesen Bestandteilen kann man wunderbar eine Räuchermischung selber machen. Man kann auch getrocknete Kräuter kaufen und Teile von getrockneter Baumrinde einfach untermischen. So erhält man die für sich persönlich beste Räuchermischung kaufen und kann mit dem Ritual gleich loslegen.

Rinde, die zum Räuchern verwendet werden kann, kann man grundsätzlich selber sammeln, am besten ist es allerdings, wenn man hierbei auf heimische und vor allem unbehandelte Bäume zurückgreift. Alternativ ist es auch möglich, Rinde für rituelle Räucherungen in einem speziellen Räucherwerk-Onlineshop zu bestellen.

Die Auswahl an Rinde, die sich gut verräuchern lässt, ist groß, auch wenn man sich auf heimische Hölzer beschränkt: so ist die Rinde von Eiche, Buche, Birke, Weide, Kiefer, Apfelbaum und Zeder allesamt ideal, um sich daraus eine Räuchermischung nach Bedarf selber zu machen. Gerade bei der Birke sind dünne Spänen ganz einfach abzuziehen.

Die meisten Rindenarten entwickeln beim Verräuchern einen holzigen Duft und können problemlos mit beliebigem anderem Räucherwerk vermischt werden. Zum Beispiel bietet sich bei Rinde immer auch ein Mischen mit unterschiedlichen Harzen an.

Oftmals kann man auch fertige Räuchermischungen kaufen, bei denen Rinde ein Bestandteil ist.

Welche Rinde man nun am meisten mag, das ist und bleibt Geschmackssache. Während die eine Sorte ehre waldig und holzig duftet, verbreitet eine andere Rindensorte einen eher blumigen oder frischen Duft. Insofern muss man es einfach ausprobieren, welche Räuchermischung ganz persönlich als die beste empfunden wird. In jedem Fall macht es immer Spaß und ist auch immer eine Bereicherung, wenn man in die Natur geht und Kräuter oder auch Rinde sowie andere Pflanzenteile sammelt, um sich daraus seine Räuchermischung selber zu kreieren.

In Kombination mit einem Räuchergefäß, etwas Räuchersand und spezieller Räucherkohle steht dann einer traditionellen Räucherzeremonie nichts mehr im Wege.